Verbale Verführung? So wirst du wortwörtlich zuckerfrei

Peinlich genau achten wir auf unsere Ernährung. Selbst weniger Limo wird getrunken. Und was ist? Die Menschen werden angeblich nicht dünner. Treiben wir etwa zu wenig Sport? Stopfen wir am Ende einfach zu viel in uns rein? Nein, so ein Blödsinn. Kann gar nicht sein. Der Zucker muss (!) schuld sein. Hier kommt der Beweis – und vier Tipps, wie wir wortwörtlich zuckerfrei werden:

1. Schluss mit ungesunden Komplimenten

„Oh wie süß!“ Wenn wir das schon hören, steigt der Insulinspiegel. Wie kann man diesen Satz bedenkenlos sagen? Zeig deinen Freundinnen diesen Post samt Titelbild. Na, wie viele würden sofort sagen – oder denken: „Ooch Gottchen, der is ja zuckersüß.“ Da haben wir’s. Müssen wir jetzt kleine Hundewelpen ertränken? Keinesfalls! Aber sprachlicher Ersatz-Stoff muss her: Wie wäre es mit: „Ohhh, ist der aber … rohkostig!“

2. Sprichwörter reformulieren

Zum Beispiel Zuckerbrot und Peitsche. Wie kann Zuckerbrot als Belohnung gelten? Merkt ihr, wie uns die Sprache auf hinterfotzige Weise manipuliert? Da braucht sich niemand mehr wundern, dass die Menschheit wie verrückt immer noch in die Discounter rennt und 2-Kilo-Tüten Zucker aus dem 99 Cent-Angebot kauft. Also: „Zuckerbrot und Peitsche“ sagen wir nicht mehr. Unser Vorschlag: glutenfreier Avocadotoast und Peitsche. Aus dem Süßholzraspler wird der Möhren-Mark-Raspler. Wobei: In Möhren steckt ja auch Saccharose, also ganz normaler Zucker drin. Rosenkohl-Raspler. Das ist es.

3. Kein Airbnb am Zuckerhut

Rios Zuckerhut ist Sperrgebiet. Viel zu gefährlich. Da herrschen sicher gnadenlose Zucker-Gangs. Da loben wir uns schon die deutschen Diät-Berge. Aber auch USA-Liebhaber müssen aufpassen: Die Stadt Sugar Land ist No-Go-Area. Sportler wird das hart treffen. Sugar Land wurde mehrfach als „Fittest City in Texas“ ausgezeichnet. Aber was interessiert uns Sport? Wir lassen einfach den Zucker weg. Und das auch hier. In Baden-Württemberg liegt die Kleinstadt Süßen. „Stadt zum Wohlfühlen“ schreiben die über sich selbst. Das kann doch gar nicht sein. Süßes hat rein gar nichts mit Wohlfühlen zu tun. Die Stadt ist ab sofort großräumig zu umfahren. Orts- und Autobahn-Schilder werden abmontiert. Streichen wir diese Ortsnamen doch gleich von der Landkarte und ersetzen „Zuckerhut“ durch „Schneekoppe 2.0“ und Süßen durch „Neu-Bitterfeld“.

4. Spotify muss gesünder werden

Wir lieben Musik, aber die Musik uns nicht. Kein Wunder, dass dir Zucker nicht mehr aus dem Kopf geht. Spotify ist Schuld. Überall lauern ungesunde Wörter in scheinbar harmlosen Songs: „Sweet Home Alabama” oder „Sweet Child O’ Mine” haben schon so manche Bikinifigur verhindert. Zucchero oder die Sugar Babes – alles verseuchte Musik. Selbst in Liedern, bei denen kein Zucker drauf steht, ist Zucker drin. Wir meinen, da muss Aufklärung her. Auch auf Spotify sollte Zucker keine Chance mehr haben, sich zu verstecken. Wir haben die gefährlichsten Lieder in der Playlist „Zucker“  auf Spotify zusammengestellt (Warnhinweis: Bitte achte auf einen verantwortungsvollen Musikkonsum). Wichtig: Auch du kannst helfen. Melde uns umgehend gesundheitsgefährdende Songs:

06_spotify

Ernährungsbeobachter erdenken sich bestimmt gerade einen Grenzwert, wie lange man „Sugar, Sugar Honey“ am Tag  hören darf, bevor es gefährlich wird. Bis Experimente an Vitamin C-reichen Zitronenfaltern eindeutige Erkenntnis bringen, so die Meinung der Experten, sollte man seine Playlists von diesen Zucker-Songs reinigen.

Vom Clean Eater zum Clean Speaker

Wie Du den Kampf gegen Zucker ganz einfach gewinnst, wissen wir: Der Kampf gegen Zucker und wie du ihn gewinnst. Lass jetzt nicht locker: Entsage allen süßen Wörten und du sorgst bestimmt dafür, dass wir alle schlanker werden.

WARNHINWEIS: Teile dieses Artikels könnten deine Freunde verunsichern. Er kann Spuren von Welpenfotos, Zuckerbegriffen und kommerziellen Streamingdiensten enthalten. Nicht, dass noch jemand Warnhinweise auf Satire fordert, weil man Menschen nicht zutrauen kann, Satire zu verstehen.

       

Beliebte Artikel