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Der Kampf gegen Zucker und wie Du ihn gewinnst

Auf Zucker verzichten fällt Dir schwer? Damit ist ab sofort Schluss! In sieben einfachen Schritten zeigen wir Dir von „Törtchen sind Freiheit!“, wie Du dauerhaft auf Zucker verzichtest. Deine Ausbildung zum Anti-Zucker-Aktivisten beginnt genau jetzt:

1. Der Kampf beginnt im Kopf

Im Kampf gegen Zucker brauchst Du vor allem eines:  Vorurteile. Nicht nur ein paar, sondern viele. Die gibt es reichlich, bedien‘ Dich: Zucker macht dick, krank, Karies, Diabetes, süchtig. Zucker versteckt sich, Zucker ist überall… Zucker ist die Wurzel allen Übels. Na bitte: Da geht noch was! Starke Vorurteile sind das Fundament für Dein weiteres Denken und Handeln.

2. Lass Dich nicht von Fakten verwirren

Die meisten Vorurteile gegen Zucker sind wissenschaftlich widerlegt. Zucker macht eben nicht zuckerkrank. Lass Dich nicht verwirren. Richtig ist, was Du für richtig hältst. Experten widersprechen Dir? Die sind doch alle von der bösen Industrie gekauft. Wer braucht die schon. Gehst Du noch zum Arzt, wenn du Dich krank fühlst? Gehst Du noch zum Steuerberater? Du googelst selber. Nicht verwirren lassen. Immer konsequent bleiben. Dein Körper, dein Teller. Da haben andere nicht reinzureden. Und außerdem bist Du ja der Experte.

3. Glaube nur Studien, die zu Deiner Meinung passen

Studien gibt es wie Sand am Meer. Was uns heute als Wundermittel verkauft wird, ist morgen schon Teufelszeug. Das ist auch gut so. Such Dir einfach die Studien, die zu Deiner Meinung passen. Das macht doch jeder, das ist also richtig. Auch wenn Deine Studien nur an „Testgewebe“, oder an 15 Menschen, oder an Mäusen gemacht wurden …. bla bla bla. Na und. Studie ist Studie, deswegen heißt sie ja so. So groß werden die Unterschiede schon nicht sein. Schließlich: Unsere Gene stimmen zu 96 Prozent mit der Maus (Mus musculus) überein. Reicht doch. Oder soll jede Ernährungsempfehlung bald solche Standards durchlaufen, wie ein Arzneimittel?

4. Es kommt nicht auf die Kalorienbilanz an

Lass Dir nicht einreden, es käme auf die Kalorienbilanz an. Was die Kalorienbilanz sagt, klingt für Dich irgendwie zu simpel, also verdächtig. Wie kann das sein, dass jemand, der mehr isst als er verbrennt, eben zunimmt? In Deiner Welt sind Kalorien nicht gleich Kalorien. Nein, natürlich gibt es die guten Kalorien und die schlechten Kalorien. Verwirrt? Siehe „2. Lass Dich nicht verwirren.“ Und alleine schon der  Name „Kalorienbilanz“. Kalorie = Fett = schlecht. Und Bilanzen… nur eine Spielwiese für Banker.

5. Gängige Feindbilder nutzen

Feindbilder machen das Leben einfach. Nimm zum Beispiel „die Industrie“. Die ist böse und versteckt überall Zucker. Klar, auf jedem Fertigprodukt steht exakt und transparent, wie viel Gramm Zucker enthalten sind. Wegen der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung – oder so. Mal ehrlich. Kann man wirklich von uns erwarten, die „Nährwerttabellen“ im Supermarkt zu lesen? Das wäre wirklich zu viel verlangt. Als gutes Feindbild versteckt die Industrie nicht nur, sie manipuliert uns auch.  Wir kaufen und essen diese Produkte doch nicht freiwillig. Kaum sehen wir ein Eis im TV-Spot, laufen wir in den Supermarkt. Die Werbung manipuliert. Wir wissen gar nicht, was wir da tun. Steht auch in der Bibel (Lukas 23:34). Die Industrie ist wie der böse Wolf. Und wir sind die Schafe. Brauchen nicht alle Schafe einen guten Hirten? Du kannst dieser Hirte sein. Das ist Deine neue Logik!

6. Mach eine Zuckerfrei-Challenge

Du brauchst Dich nicht verstecken. Sichtbarkeit verpflichtet, mach Deine Gesinnung öffentlich. Das hat gleich zwei Vorteile. Zum einen verbreitest Du die Vorurteile gegen Zucker. Das hilft der Mainstream-Bewegung. Zum anderen festigst Du Deine Vorurteile in Dir selbst. Als wahrer Profi machst Du Deine eigene „Challenge“ und verzichtest eine Zeit lang auf Zucker. Du bloggst darüber. Wenn Du dann noch ein Buch schreibst und auf Instagram genügend Follower hast, schaffst Du den Sprung zum Ernährungsguru. Damit Du auch von Markus Lanz eingeladen wirst, beherzige bitte den letzten Schritt.

7. Nicht denken, sondern fordern

Zucker, und nur Zucker, ist das Übel aller Probleme. Fordere Lösungen, die nur auf Zucker gerichtet sind, eine Zuckersteuer zum Beispiel. Du weißt genau, dass wir alle auf Zucker verzichten, wenn die Fertignahrungsmittel und Süßigkeiten ein paar Cent teurer sind. Unser Staat kann jeden Cent brauchen. Oder wie wäre es mit einer Ampel?  Wir brauchen generell mehr Ampeln. Und vergiss nicht den Klassiker: Warnhinweise! Die Verpackungen von Süßigkeiten sollen gefälligst abschrecken. Zum Beispiel durch Bilder von fauligen Zähnen, mit dem Warnhinweis: „Zucker kann Ihre Zähne zerstören“. Oder Bilder von extrem übergewichtigen Menschen mit dem Warnhinweis: „Zucker kann dick machen“. Du bist erst zufrieden, wenn Oma Erna ihrem Enkel Max eine Tafel Schokolade schenkt, und Max losheult, weil die Bilder darauf so eklig sind. So wird das was Großes. So kommst Du bis ins Fernsehen. Frage Dich immer: Denke ich noch oder fordere ich schon?

Falls Du in einigen Jahren dennoch feststellst, dass das alles nichts gebracht hat, mach Dir bitte nichts draus. Du hast den Kampf nicht verloren, sondern gezeigt, wie leicht wir in die Irre geführt werden können. Suche Dir einfach den nächsten Sündenbock und ersetze „Zucker“ durch ein anderes Lebensmittel oder sonst irgendeinen Begriff. Wahre Profis wechseln die Sündenböcke mühelos. Du hast da neulich von einer Studie mit Ratten gehört…

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