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Zucker oder Quinoa?

Ja zugegeben, ich lese manchmal auf Bild.de. Da gibt´s gerade den Test „Sind Sie zuckersüchtig?“ Kurze Schnappatmung. Könnte ja sein, das wäre schlimm, Sucht ist ja immer schlimm. Ich lese weiter: „Bei dauerhaftem (Zucker)-Konsum in größeren Mengen könne zudem Übergewicht, Müdigkeit, schlechte Zähne, fahle Haut, schlechte Stimmung und Diabetes die Folge sein.“ Das ist ja sogar noch schlimmer. Einzig ein kleiner Lichtblick bleibt: Von Unfruchtbarkeit ist nicht die Rede. Puh.

Nach Schnappatmung und den beschriebenen Nebenwirkungen können wir uns aber alle wirklich mal wieder beruhigen: Zucker ist keine Droge. Zucker macht nicht süchtig – ist wirklich so. Also seid auch ihr nicht süchtig.

Überraschung – der Test ist Unsinn. Und trotzdem habe ich  den Test natürlich  gemacht. Könnt ihr auch gern machen. Einfach über die öde Buchvorstellung und Angstmache hinweg scrollen. Hier ist mein Ergebnis:

bild-de_zuckertest_ergebnis

Erst einmal danke liebe Bild für die Anerkennung meines Versuchs, eine gesunde Lebensweise einzuhalten ;-).  Applaus gibt es für die Einsicht, dass es „keine schlechten Lebensmittel gibt“ und es „lediglich um eine ausgewogene Ernährung“ geht. Klar, die Energiebilanz, das Verhältnis von Kalorienaufnahme und -verbrauch, muss stimmen. Das lässt mich fast verzeihen, dass ihr das Ammenmärchen vom versteckten Zucker erzählt. Ihr habt wohl noch nie die einzig wahre Dokumentation über das harte Los des versteckten Zuckers gesehen, der sich einfach nicht mehr verstecken kann? Hier könnt ihr das nachholen: Der Verstecke Zucker – Die Dokumentation.

Aber weiter, nun will ich kurz philosophisch werden. Im Artikel zitiert die Bild Ernährungsberaterin Charlotte Debeugny, die gesagt haben soll „Zucker ist eine Sucht, ohne die es sich leichter und glücklicher lebt“. Erstens – Thema Sucht: Nein, stimmt nicht, das hätten wir geklärt. Zweitens – Thema „leichter bzw. glücklicher Leben“: Glücklicher ohne Zucker? Habt ihr auch eure Zweifel? Beim nächsten Liebeskummer löffle ich jedenfalls keinen Quinoa. Ich gehe zum „Zucker-Dealer“ meines Vertrauens und strecke das „Teufelszeug“ in meinem „Labor“ selbst. Wahlweise mit Mehl, Eier und Kakao. Das macht mich glücklich. Ob das auch euch glücklich macht? Kann sein. Ich jedenfalls liebe meine süßen und so köstlichen Törtchen.

Abschließend bleibt zu sagen: Im Grunde dreht sich doch alles um eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung. Das hat selbst eine Bild-Zeitung in Teilen erkannt. Es geht um eure Energiebilanz. Da braucht ihr auch kein teures Buch für kaufen, geschweige denn lesen. Die berechnet ihr ganz einfach hier.